Das Rathaus ist das Schmuckstück der Stadt ohne Namen. Ganz und gar aus bröseligem Basalt
und staubfeiner Vulkanasche erbaut reizt es jeden Besucher zum Niesen (was strengstens verboten
ist...).
Das halbe Regiment der Stadt (4 Soldaten) ist ständig mit Gießkannen unterwegs um zu
verhindern, dass der nächste Windstoß das bröselige Gebäude (oder wichtige
Teile davon) in den Fluß der Zeit weht.
Von der Eingangshalle, die sich in einem gewagten Bogen aus (rissigem) Basalt
durch das halbe Erdgeschoß spannt, zweigen mehrere einstmals sicher prunkvolle Türen ab.
Die langen Jahre, angefüllt mit vulkanischer Asche und Wasser aus Gießkannen, haben den
Lack ein wenig abblättern und das weiche Importholz gammeln lassen.
Mitten in der Halle, geschickt auf einem Podest platziert, daß es auch garantiert keiner
übersehen kann liegt unter einem filigranen Kristall das
goldene Buch
der Stadt.
Das einzig wirklich moderne hier im Rathaus sind die Türschilder. An jedem der doch etwas
unansehnlichen Durchgangsverschlüssen prangt ein neues, sauberes Schild.
Rumpelkammer
Wartezimmer
Postkasten
Bürgermeister
Wohin mögen die Türen nur führen? Ist die Beschriftung korrekt, oder war der
Hofschreiber Don Pedro Gonzales de la Dioptrin wieder am Werk?
An einer der Wände hängt ein etwas verblichener, aber immer noch leserlicher Plan der
Stadt ohne Namen, mit
Touristinformationen überschrieben.
Sollte das alles nicht das richtige sein, bleiben immer noch die
Bekanntmachungen.